es läuft, würde ich sagen

In meinem Bett. Da bin ich. Wie eigentlich jeden Abend und eigentlich auch immer verlässlich zur gleichen Zeit. Ich liege also auf der Matratze, welche ich liebevoll auf dem Boden drapiert habe und esse mein Müsli. So ein Alnatura Kernen Mix – ich verlängere dein Leben um mindesten 5 Jahre Kack, natürlich mit verweichlichter Mandelmilch und meine Matratze isst mit. Ich habe die Müslischale schon mindestens 3 mal umgekippt, doch auf einen sicheren Grund stellen will ich sie nicht. Wäre irgendwie langweilig und was sollte mich dann noch effektiv ablenken, wenn nicht kleine Milch, ähm ich meine natürlich Mandelmilchtröpfchen, durch die Tastatur gefährlich nah an den ganzen Elektro Komplex durchsickern. Warum Müsli, fragt man sich nun. Es ist fast 23 Uhr abends. Naja, ich hatte halt Bock drauf und so ein Guru aus der Fernsehausstrahlung nach 22 Uhr, nebenberuflicher Tantra-Initiator und aktives Mitglied der Flat Earth Society, appelliert sowieso immer an die innere Stimme in dir, das innere beschissene Kind was anscheinend einen metaphysischen Spielplatz der Entfaltung und so braucht. Habe ich ein Kind in mir, stellt sich mir nun die Frage? Oder ist bin ich ein Kind. War ich jemals Kind oder werde ich es noch?

Naja ohne jetzt polemisch zu klingen aber ich wünschte in Nächten wie diesen wo das Müsli irgendwann leer ist und leiser Jazz irgendwie zur penetranten Tante wird, ich wäre dumm. Strunzen, sau und dabei dermassen dumm, dass ich nicht wüsste, wie ich denken soll. Und dann würde ich es einfach lassen, dann würde ich einfach in dem Moment in meinem Bett liegen, mit Mandelmilchflecken auf meines Vaters Pullover, mit einem affigen aber aufrichtigen Grinsen, vielleicht noch mit ein bisschen THC für das reine und nicht kontaminierte Vergnügen und einfach Sein. Ich würde auch High und Hungrig statt Paul Desmond hören. Das wäre schön.

Doch irgendwie bin ich halt einfach anders. Ich will keine Hoheit besitzen und aus dieser heraus behaupten, dass ich konträr intelligent wäre nein- ich habe einfach nur so viele Gedanken. Ungestüm. Unstrukturiert. Wie kleine Blitze, welche Neuronen und Rezeptoren erregen und diese so heillos feuern lassen, bis Kurzschluss und freiwillige Feuerwehr, versteht sich. Ist halt auch einfach schwer, dieses Leben. Klar, es gibt tausende Ratgeber zur Selbst-Optimierung, zur Disziplinierung und Affirmierung. Aber ich bin ein verdammt nochmal freier Mensch und ich brauche keine Stimme die mich mit Druckerschwärze anschreit, ihre Wahrheit dabei populistisch präsentierend und mir diese als Absolut und Ideal serviert. Diese Stimme kann mich mal. Aber richtig. Ich muss das halt irgendwie selbst auf die Reihe bekommen. Frage nun – WIE. Schweigekloster, Ausbildung zum DJ, sich einschliessen und depressiver Messie werden, alles raus schmeissen und Askese betreiben, mich selbst aufgeben und anderen hingeben, andere sich mir gegenüber veräussern und ich einfach als Schwamm alles nehmend und nicht gebend, soll ich jetzt einfach denken und Gedanken ordnen, konstruktiv verarbeiten, einen Roman schreiben, oder Kopf abschneiden, natürlich nur sinnbildlich (oderauchnicht) und zur machiavellistischen, rigorosen Macherin werden. Ich glaube, ich hole mir nochmals eine schale Müsli, das wird mir hier grad irgendwie zu viel.

 

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