Düfte, die in meinen Ohren singen

Düfte können entführen, in fremde Welten verführen und neue Gesichter zu erkennen geben. Sie können wie eine subtile und filigrane Umarmung sein. Eben solche, in dessen Genuss man nur selten und wenn dann nur sehr kurz kommt. Und sobald er in die Nase steigt und Erinnerungen an Orangenbäume und frisch gepresste Oliven aufsteigen lässt, verabschiedet sich eben dieser mit einer höflichen Entschuldigung und sucht sich andere Geister, welche es zu entzücken gilt. Düfte erzählen Geschichten, lassen Personen erahnen. Mit jedem noch so kleinen und unscheinbaren Moment in meinem Leben verbinde ich die Wahrnehmung eines bestimmten Duftes. Und noch viele Jahre, nachdem der genannte Moment seine unausweichliche Premiere feiern durfte, bleibt der Duft in der Nase. Bleit er im Gedächtnis. Und obwohl jede Sekunde der ihr folgenden und der ihr zurückliegenden Sekunde in keinster Weise nachahmen kann, vermögen es Aromen, Gewürze, Essenzen und andere Köstlichkeiten den Geist zu erwecken. Erinnerungen singen zu lassen und man findet sich in einer wohligen (manchmal jedoch auch erschütternden) Melancholie wieder.

Momente der Freude, der Enttäuschung, der ersten großen Liebe und dem Sitznachbar in der Uni erfreuen sich an dem Sonnenlicht, welches sie langsam aber mit Inbrunst wachstreichelt. Sie fangen an zu tanzen, ausgelassen. Verstummen dann wieder. Doch sie sind festgehalten. Konserviert. Nicht nur in zwei d in irgendwelchen nacheinander abspielenden Bildern in unserem Gehirn. Nein. Durch den Duft erhalten sie einen Körper, einen Raum, welchen sie zu füllen erwarten, einen fast schon greifbaren Charakter.

 

Und als kleine Hommage an die Düfte unseres Lebens werde ich euch meine Düfte vorstellen. Meine erwählten Düfte, die meinen Körper umhüllen und Menschen betören dürfen. Zu jedem Duft habe ich eine Geschichte. Eine Version meiner Selbst im Kopf. Denn an manchen Tagen fühle ich mich mutig, unberechenbar, dieser Welt gewachsen und unaufhaltsam. An manchen Tagen bin ich verletzlich, unentschlossen, traurig und sehne mich nach Tagen am Meer. An manchen Tagen möchte ich Räume betreten und Blicke auf mir brennen fühlen, manchmal jedoch auch der grazile Wind sein, welcher während dem Öffnen der Tür den Raum belebt.

 

In dieser Serie stelle ich euch also mich vor. In all meinen Versionen, Assoziationen und Fassetten. Lasse euch eintauchen.

 

Ein hoch auf die Nasen, auf Gerüche und auf die Düfte, die nun folgen werden.

 

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